Axen: Regierungsrat ohne Position?

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Die Axenstrasse als Nationalstrasse liegt in der Verantwortlichkeit des ASTRA, trotzdem habe ich im Nachgang der erneuten Schliessung der Axenstrasse vom 29. und 30. Januar folgende Fragen dem Baudirektor zukommen lassen:

  1. Warum wurde die Anlage in Anbetracht der Null-Risiko Strategie vom Astra nicht redundant (doppelt) ausgelegt.
  2. War es auch aus Sicht Kanton wirklich nicht zu verantworten bei der guten Witterung den Verkehr weiter rollen zu lassen?
  3. Wie gross ist der Schutz durch die erstellten Verbauungen wirklich?
  4. Gibt es verschiedene Sicherheitsvorgaben für Bauarbeiter und Strassenbenützer? (Über Monate waren intensive Arbeiten im Schuttkegel möglich, wobei ich bezweifle, dass bei einem Erreignis diese Arbeiter sich rechtzeitig in Schutz hätten bringen können.)

Die von Ihnen gestellten Fragen fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich des Kantons Uri, da die Strassenhoheit beim Bundesamt für Strassen liegt.

Ich bin der Ansicht, dass die Urner Regierung zur Axenstrasse eine klare Haltung einnehmen muss. Dies zeigt sich in der zweiten Frage, die ich explizit «aus Sicht Kanton» gestellt habe. Um so mehr war ich erstaunt, dass meine Fragen einzig mit dem Kommentar «Die gestellten Fragen fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich des Kantons Uri» direkt an das ASTRA weitergeleitet wurden.

Der Filialchef, Herr Kocherhans hat die Fragen breitwillig aus Sicht ASTRA beantwortet, folgend die Kernaussagen: 

Zu 1:

«Hinsichtlich des Projekts Neue Axenstrasse, welches im Bereich des Gumpischtals eine Galerie vorsieht,  wurde eine wirtschaftlich vertretbare Übergangslösung realisiert.» Eine «Null-Risiko» Strategie verneint Herr Kocherhans, das ASTRA begrenze das Risiko auf «ein vertretbares Niveau», wie bei allen Strassen im Gebirge.

Zu 2:
Da eine lückenlose Überwachung im oberen Teil des Gumpischtal nicht mehr möglich gewesen sei,  habe die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden können.

Zu 3:
Dank des Ablenkdamms soll ein Murgang unter der Brücke durchgeleitet werden können. So würden Steinschläge vom Ablenkdamm  teilweise aufgehalten.
 
Zu 4:

Für alle Arbeiten «wurde ein spezifisches Sicherheitskonzept erstellt». Bevor die Arbeiten jeweils aufgenommen würden beurteile jeweils «ein Geologe die aktuelle Gefährdungslage».

Ich bin froh, dass am Axen eine Lösung mit der Alarmierung und dem Ablenkdamm gefunden werden konnte. Trotzdem stellen mich die Antworten nicht zufrieden. Mit jeder einzelnen Sperrung wird das Bild des schlecht erreichbaren Kantons Uri mehr zementiert. Dies hat äusserst schädliche Wirkung auf unser Gewerbe, welches auf den Wirtschaftsraum Nord-Ost angewiesen ist. 

Unser, im Raum Rapperswil / Zürcher Oberland tätiges Familienunternehmen (Blöchlinger AG) ist Zulieferer für die Baubranche. Durch meine Tätigkeit im Unternehmen weiss ich, wie Transportzeiten, -sicherheit und -kosten das Marktgebiet ausschlaggebend definieren. Bereits Schliessungen von einzelnen Tagen wirken sich spürbar auf den Geschäftsgang aus. 
Mit unserer Unternehmung haben wir das Glück, dass in dieser Region kaum je ein gesamtes Marktgebiet abgeschnitten sein wird, zu vielfältig sind die Ausweichmöglichkeiten.
Der Kanton Uri ist aber aus dem Norden nur durch zwei Strassen erschlossen, eine viel heiklere Ausgangslage. Erschwerend kommt dazu, dass mit dem Nadelöhr der Sanierung der A2 bei Hergiswil die Verkehrssituation noch verschärft wird.
 
Die wirtschaftliche Abwägung des ASTRA gegen eine doppelt gesicherte Alarmierung wird dieser geografischen Situation unseres Kantons nicht gerecht. Die «Übergangslösung» wird voraussichtlich für Jahre in Betrieb sein. In den wirtschaftlichen Abwägungen des ASTRA müssen unbedingt die volkswirtschaftlichen Kosten für Uri durch Sperrungen der Axenstrasse mitberücksichtigt werden. Vielleicht kann der Regierungsrat dem ASTRA hierzu einmal die geschätzten volkswirtschaftlichen Kosten liefern.
 

Ich verstehe die Einstellung des ASTRA und ihre absolute Priorisierung der Sicherheit vor wirtschaftlichen Aspekten. Es ist nicht Aufgabe des ASTRA solche Abwägungen zu machen. Aber es ist Aufgabe unserer Regierung diese wirtschaftlichen Anliegen mit Nachdruck einzubringen und auf möglichst akzeptable Lösungen zu pochen. Zumindest eine redundante Ausführung der Alarmierung muss möglich sein.

Pascal Blöchlinger, Regierungsratskandidat, Altdorf

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